{"id":12744,"date":"2021-02-28T19:12:30","date_gmt":"2021-02-28T18:12:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/?p=12744"},"modified":"2023-06-18T18:06:01","modified_gmt":"2023-06-18T16:06:01","slug":"energieversorgung-als-ultra-large-scale-system","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/2021\/02\/28\/energieversorgung-als-ultra-large-scale-system\/","title":{"rendered":"Energieversorgung als Ultra Large Scale System"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Versorgernetz innerhalb von Deutschland ist mit dem europaweiten Stromnetz gekoppelt. Das europaweite Verbundnetz gilt als eine der gr\u00f6\u00dften Maschinen Europas und versorgt insgesamt rund 530 Millionen Menschen mit einer Stromfrequenz von 50 Hz.&nbsp;Die Energie, die dabei eingespeist wird, ist ein Technologiemix aus erneuerbaren Energiequellen und fossilen Brennstoffen. Derzeit besteht der Energiemix im Stromnetz zu 56% aus erneuerbaren Energiequellen. Die gr\u00f6\u00dften Vertreter in Deutschland sind mit 11% die Solarenergie und mit 30% die Windenergie.&nbsp;Die fossilen Brennstoffe tragen dem Energiemix zu 44% bei und werden durch Kernenergie, Kohle, Erdgas und Erd\u00f6l erzeugt. Werden neben dem Stromnetz noch weitere&nbsp; Energiebereiche, wie die Mobilit\u00e4t oder W\u00e4rmeerzeugung, betrachtet, so betr\u00e4gt der Anteil der erneuerbaren Energien 17%.<\/p>\n\n\n\n<p>[1,2]<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"379\" data-attachment-id=\"12745\" data-permalink=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/2021\/02\/28\/energieversorgung-als-ultra-large-scale-system\/image1-4\/\" data-orig-file=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image1.png\" data-orig-size=\"800,379\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"image1\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image1.png\" src=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-12745\" srcset=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image1.png 800w, https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image1-300x142.png 300w, https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image1-768x364.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption>Abbildung 1: Energiemix des Stromnetzes innerhalb von Deutschland<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image4-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" data-attachment-id=\"12746\" data-permalink=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/2021\/02\/28\/energieversorgung-als-ultra-large-scale-system\/image4-1\/\" data-orig-file=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image4-1.png\" data-orig-size=\"1280,720\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"image4-1\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image4-1-1024x576.png\" src=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image4-1-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-12746\" srcset=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image4-1-1024x576.png 1024w, https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image4-1-300x169.png 300w, https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image4-1-768x432.png 768w, https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image4-1.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption>Abbildung 2: Energiemix des gesamten Energiebedarfs innerhalb von Deutschland <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ziele der Energieversorger<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Ziel der Energieversorger im Stromnetz ist, dass Strom bei einer&nbsp; geringen Schwankung des Stromnetzes \u00fcberall verf\u00fcgbar ist. Wenn mehr Strom eingespeist als ben\u00f6tigt wird, dann steigt die Frequenz europaweit, wenn weniger Strom eingespeist wird als ben\u00f6tigt, dann f\u00e4llt wiederum die Frequenz.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aufgabe der Energieversorger liegt darin, diese Schwankungen auszugleichen und so eine Balance zwischen Erzeuger und Verbraucher zu schaffen. Dies soll einen gro\u00dffl\u00e4chigen, europaweiten Stromausfall, auch \u201cBlackout\u201d genannt, verhindern. Ein sogenannter \u201cBlackout\u201d h\u00e4tte weitreichende Folgen f\u00fcr das \u00f6ffentliche und private Leben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schwankungen im Stromnetz d\u00fcrfen dabei nicht mehr als +0,2 Hz und -0,5 Hz betragen, bevor es zum 50,2- oder der 49,5-Hertz-Problematik kommen kann. Das Problem hierbei ist, dass zu viel, beziehungsweise zu wenig Strom eingespeist wird und so keine Balance&nbsp; mehr zwischen Erzeuger und Verbraucher besteht<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ausgleichen der Frequenz erfolgt dabei \u00fcber das Zuschalten, Abschalten oder Drosseln von Kraftwerken oder \u00d6kostromanlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist dabei, dass die Anlagen nicht alle abrupt abschalten, sobald eine Frequenz erreicht wurde, um einen rapiden Abfall der Frequenz zu vermeiden.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Daher stoppen heutzutage zwischen 50,2 Hz und 51,5 Hz nur noch die alten Solarmodule ihre Produktion, neuere Solarmodule drosseln ihre Erzeugung schrittweise. Ab einer Frequenz Obergrenze von 51,5 Hz schalten sich alle neuen Solaranlagen ausnahmslos ab.                                                              [3,4,5]<\/p>\n\n\n\n<p>Als weiteres Ziel der Energieversorger gilt es jedoch auch die Energiewende zu meistern, was bedeutet das Strom \u00f6kologischer in der Erzeugung werden soll. Bei der Erzeugung von \u00d6kostrom ist es jedoch nicht m\u00f6glich auf das Wetter Einfluss zu nehmen. Des Weiteren werden zunehmend fossile Kraftwerke abgebaut, die jederzeit f\u00fcr einen Ausgleich im Stromnetz sorgen k\u00f6nnen. Somit ist es notwendig auf Energiespeicher zur\u00fcckgreifen, die kurzfristige und saisonalen Schwankungen ausgleichen k\u00f6nnen. Als solche Speichermedien k\u00f6nnen unter anderem Pumpspeicherkraftwerke oder Wasserstoffspeicher in Frage kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn alleine die Kohleenergie erzeugt 200 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr in Deutschland. Dabei ben\u00f6tigt nur das gr\u00f6\u00dfte Kohlekraftwerk in Neuraith in Deutschland 1640 Tonnen Braunkohle pro Stunde f\u00fcr eine elektrischen Bruttoleistung von 4400 Megawatt.<br>[6,7]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Stromnetz im Wandel<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Bisher war das Stromnetz ein zentralisiertes System, das bedeutet es gibt wenige gro\u00dfe Stromerzeuger die den ben\u00f6tigten Strom einspeisen, den Bedarf abdecken und Netzschwankungen ausgleichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das liegt daran, dass die bisherigen Energiequellen gr\u00f6\u00dftenteils auf fossilen Brennstoffen basieren. Dabei wird an den Kraftwerken eine H\u00f6chstspannung zwischen 220000 Volt bis 380000 Volt eingespeist.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Spannungsebene dient zum Transport gro\u00dfer Strommengen \u00fcber weite Strecken, daher spricht man bei diesem Netz auch vom \u00dcbertragungsnetz.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Ebene darunter liegt das \u00f6ffentliche Netz, bestehend aus dem Hochspannungsnetz mit einer Spannung von 60000 Volt bis 110000 Volt, dem Mittelspannungsnetz mit einer Spannung von 10000 Volt bis 30000 Volt und dem Niederspannungsnetz&nbsp; mit einer Spannung kleiner 1000 Volt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Hochspannungsnetz dient zur \u00fcberregionalen Stromverteilung. Knotenpunkte sind hierbei die Umspannungswerke.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Mittelspannungsnetz wird als regionales Stromnetz bezeichnet, welches dem Hochspannungsnetz untergeordnet ist, es dient zur Stromverteilung innerhalb einer Region, hier k\u00f6nnen auch Kundenanlagen angeschlossen werden. Diese \u00dcbergabepunkte sind sogenannten Transformator- oder Trafostationen. Betriebe mit hohem Energiebedarf k\u00f6nnen in diesem Netz direkt angeschlossen werden und eigene Transformatoren betreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Niederspannungsnetz sind fast alle Wohnh\u00e4user angeschlossen. Meist mit 400 Volt oder 230 Volt, was f\u00fcr alle privaten Anwendungsm\u00f6glichkeiten ausreicht. Daher ist dies auch die Schnittstelle zum privaten Stromnetz, der Hausinstallation.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image3-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"647\" height=\"858\" data-attachment-id=\"12748\" data-permalink=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/2021\/02\/28\/energieversorgung-als-ultra-large-scale-system\/image3-1\/\" data-orig-file=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image3-1.png\" data-orig-size=\"647,858\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"image3-1\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image3-1.png\" src=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image3-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-12748\" srcset=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image3-1.png 647w, https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image3-1-226x300.png 226w\" sizes=\"auto, (max-width: 647px) 100vw, 647px\" \/><\/a><figcaption>Abbildung 3: Aufbau des Stromnetzes <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Dass das Stromnetz sich wandelt und immer dezentraler wird, wird bereits dadurch sichtbar, dass es immer mehr Energiequellen gibt. Dabei w\u00e4chst auch der Anteil der privaten Stromerzeuger, welche mittels Photovoltaikanlagen auf dem Hausdach Strom ins Netz einspeisen, so dass wenige hundert Kraftwerke durch mehrere Millionen private Anlagen ersetzt werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch diese Erzeuger m\u00fcssen beim Ausgleich der Netzspannung ber\u00fccksichtigt werden. Derzeit Speisen diese privaten Erzeuger meist direkt in das Netz ein, jedoch gibt es auch das System Kleinanlagen zellular als autonome Einheit zu betreiben. Eine solche Zelle k\u00f6nnte dabei ein Wohnhaus sein. Dabei deckt diese Zelle erst ihren eigenen Bedarf und speichert ihren \u00dcberschuss ins Netz ein oder bezieht Strom aus dem Netz, wenn sie mehr ben\u00f6tigt als sie selbst erzeugt.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Erweiterung dieses Konzepts ist das virtuelle Kraftwerk. Dabei werden mehrere&nbsp; Kleinanlagen dezentral zu einer Zelle geb\u00fcndelt und gesteuert. Somit ist dies die Br\u00fccke aus beiden Welten. Dabei k\u00f6nnen diese Zellen als Erzeuger, Verbraucher, sowie als Speicher auftreten. So k\u00f6nnen \u00dcbersch\u00fcsse direkt vor Ort in einer Hausbatterie gespeichert, genutzt oder verteilt werden. Eine andere M\u00f6glichkeit diese \u00dcbersch\u00fcsse zu nutzen, ist das Antreiben eines Speicherkraftwerkes oder zum gegenseitigen Ausgleich zwischen Erzeuger und Verbraucher.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Durch ein solches virtuelles Kraftwerk wird der Strommarkt flexibler, da viele verschiedene Ausgleichskapazit\u00e4ten und die schnelle Anpassungsf\u00e4higkeiten vorhanden sind. In einer \u00dcberschuss Phase die zum Beispiel durch Windenergie bei einem Sturm auftreten kann, regelt das virtuelle Kraftwerk die Leistung der Biogas und Wasserkraftwerke herunter.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ist bereits eine \u00dcberspannung im Netz vorhanden kann ein virtuelles Kraftwerk genutzt werden um Energie aus dem Netz zu ziehen und diese zu speichern. So k\u00f6nnen Schwankungen effektiv in Echtzeit reduziert werden, ohne das \u00f6ffentliche Stromnetz zu belasten.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn gro\u00dfe Kraftwerke haben bei der Steuerung der Einspeisung eine Verz\u00f6gerung, vergleichbar mit dem Bremsweg oder der Beschleunigung eines Containerschiffs.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit sind Gro\u00dfkraftwerke auf eine konstante Einspeisung ausgelegt. Wenn beispielsweise eine Sturmfront auftritt, m\u00fcssen klimaneutrale Windkraftwerke zuerst vom Netz, um das Netz nicht zu \u00fcberlasten.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch diese Handlungsweisen k\u00f6nnen in beiden Systemen \u00dcber- und Unterspannungen ausgeglichen und ein Blackout vermieden werden. Was gerade in Zeiten von steigenden Energiebedarf im Zuge der Elektrifizierung des Verkehrs, Ausbau der elektrischen W\u00e4rmequellen und der vermehrten Anzahl an Rechenzentren, immer bedeutender wird. Denn ohne Strom w\u00fcrde heutzutage fast nichts mehr funktionieren und ein Energietr\u00e4ger alleine k\u00f6nnte den Energiebedarf kaum decken. [7,8,9,10,14]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Vorf\u00e4lle der Vergangenheit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Vorf\u00e4lle, die beinahe zu einer starken Schwankung oder beinahe zu einem Blackout gef\u00fchrt haben, haben sich in den letzten Jahren geh\u00e4uft. Besondere Vorf\u00e4lle waren unter anderem am &nbsp;6., 12. und 25. Juni 2019. <\/p>\n\n\n\n<p>Hier stellten die Netzbetreiber eine Untereinspeisung fest, was zum Abfall der Netzfrequenz in ganz Europa gef\u00fchrt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei haben Fehlspekulationen von Stromh\u00e4ndlern, ausgel\u00f6st durch die wechselhafte Wetterlage, am Strommarkt zur Unterversorgung&nbsp; gef\u00fchrt. Stromh\u00e4ndler m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen das Erzeugung und Verbrauch immer auszugleichen sind. Bei einer Fehlspekulation m\u00fcssen die fehlenden Mengen zu erh\u00f6hten Preisen aus Reserven, nachgekauft werden. Der Markt wird dabei durch das Angebot und die Nachfrage gesteuert.  Dabei stieg der Strompreis auf 37.856 Euro pro Megawattstunde. Zum Vergleich, bei einem ruhigen Strommarkt kostet eine Megawattstunde nur 9,34 Euro. [11, 12, 15]<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Vorfall, an dem Europa knapp am Blackout vorbei geschrammt ist, war am 8. Januar 2021. Die Ursachen sind hierbei jedoch noch nicht genau gekl\u00e4rt. Zu Beginn wurden Ausf\u00e4lle in Rum\u00e4nien als Ursache vermutet. Jedoch wurde sp\u00e4ter festgestellt, dass die Ursache in Kroatien lag und durch eine automatische Abschaltung ausgel\u00f6st wurde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei f\u00fchrte das automatische \u00d6ffnen einer Kupplung in Ernestinovo&nbsp; zum Trennen zweier H\u00f6chstspannungsverbindungen, die Strom vom Balkan in andere Teile Europas f\u00fchren. Deshalb kam es zu es zu einem schlagartigen Abfall der Netzfrequenz. [16,17,18,19]<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"630\" height=\"415\" data-attachment-id=\"12749\" data-permalink=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/2021\/02\/28\/energieversorgung-als-ultra-large-scale-system\/image2-5\/\" data-orig-file=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image2.png\" data-orig-size=\"630,415\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"image2\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image2.png\" src=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-12749\" srcset=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image2.png 630w, https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/image2-300x198.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 630px) 100vw, 630px\" \/><\/a><figcaption>Abbildung 4: Abfall der Netzfrequenzspannung im europ\u00e4ischen Stromnetz am 8 Januar 2021<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><br>Ein derartiges Szenario gab es in Mitteleuropa zuletzt am 4. November 2006 als E.on die Stromleitung \u00fcber der Ems abschaltete, damit Schiffe passieren konnten. Dies f\u00fchrte zu einer Kettenreaktion, sodass eine Millionen Haushalte in Europa keinen Strom mehr hatten. Das Problem konnte dabei erst nach Tagen behoben werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Folgen eines Blackouts<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Folgen eines derartigen Blackouts k\u00f6nnten heutzutage gravierend sein, denn Steuersysteme der Infrastruktur k\u00f6nnten in so einem Fall Ausfallen und auch die Notaggregatreserven in verschiedenen Einrichtungen sind begrenzt. Das w\u00fcrde zu einem Kollaps aller kritischen Infrastrukturen f\u00fchren. Ein Kollaps der gesamten Gesellschaft w\u00e4re dabei kaum zu verhindern. Durch das Fehlen des Stroms w\u00e4re auch das Kommunikationsnetzwerk nicht verf\u00fcgbar, gefolgt von der zentralen Wasserver- und Abwasserentsorgung, sowie L\u00fcftungsanlagen, auf welche viele Unternehmen besonders angewiesen sind. Darunter auch die Landwirtschaft mit der Bew\u00e4sserung der Pflanzen und Versorgung der Tiere. Denn nach bereits 24 Stunden ist der Treibstoffvorrat dieser Anlagen und der Landmaschinen in der Regel ersch\u00f6pft. Das w\u00fcrde zum Einbruch der Lebensmittelversorgung f\u00fchren, da Sch\u00e4den am Lagergut und der Tierbest\u00e4nde zu einer unzureichenden Versorgung der weiterverarbeitenden Industrie und somit der Bev\u00f6lkerung f\u00fchren w\u00fcrde.[20,21,22]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Test und Neustart?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wie derartige Anlagen heutzutage im Falle eines Komplettausfalls neugestartet werden k\u00f6nnen ist nicht bekannt, genauso wenig wie die Dauer eines Neustarts, da es nicht unter realen Bedingungen getestet werden kann und auch noch nie eingetroffen ist. Die meisten Kraftwerke brauchen zum Neustart Strom und sind daher nicht startf\u00e4hig im Falle eines Totalausfalls, zudem m\u00fcsste dieser Start schrittweise erfolgen, damit nicht alle Systeme zeitgleich die Leistung f\u00fcr sich beanspruchen. [13]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Referenzen<\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>https:\/\/www.saurugg.net\/blackout\/das-europaeische-stromversorgungssystem<\/li><li>https:\/\/www.eid-aktuell.de\/nachrichten\/preise-maerkte\/detail\/news\/deutscher-energieverbrauch-auf-dem-niedrigsten-stand-seit-1968.html<\/li><li>https:\/\/www.bdew.de\/energie\/systemstabilitaetsverordnung\/502-hertz-problem\/#:~:text=Sollte%20die%20Frequenz%20zum%20Beispiel,kommen%2C%20einem%20so%20genannten%20Blackout.<\/li><li>https:\/\/www.next-kraftwerke.de\/wissen\/495-hertz-problematik<\/li><li>https:\/\/www.next-kraftwerke.de\/energie-blog\/stromnetzfrequenz<\/li><li>https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/1410\/publikationen\/171207_uba_hg_braunsteinkohle_bf.pdf&nbsp;<\/li><li>https:\/\/rp-online.de\/nrw\/staedte\/grevenbroich\/wie-die-boa-funktioniert_aid-13135351<\/li><li>https:\/\/www.hochspannungsblog.at\/Wissenswertes\/Netzaufbau\/Spannungsebenen<\/li><li>https:\/\/www.next-kraftwerke.de\/wissen\/virtuelles-kraftwerk<\/li><li>https:\/\/www.bmwi.de\/Redaktion\/DE\/Infografiken\/Energie\/abbildung-das-deutsche-stromnetz.html<\/li><li>https:\/\/www.pv-magazine.de\/2020\/04\/21\/bundesnetzagentur-mahnt-zwei-bilanzkreisverantwortliche-ab\/<\/li><li>https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/blackout-risiko-im-juni-fehlender-strom-und-die-folgen.1766.de.html?dram:article_id=452828<\/li><li>https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Schwarzstartfaehigkeit-von-Stromerzeugern-4499804.html<\/li><li>https:\/\/www.vde.com\/topics-de\/energy\/aktuelles\/risiko-blackout<\/li><li>https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2020\/20200420_Bilanzabweichung.html?nn=265778<\/li><li>https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Black-Out-Gefahr-im-Juni-2019-lag-nicht-an-den-Erneuerbaren-4764698.html#:~:text=Am%206.%2C%2012.,gef\u00fchrt%20hat%2C%20einer%20sogenannten%20Unterfrequenz.<\/li><li>https:\/\/crisis-prevention.de\/kommunikation-it\/schwerwiegender-zwischenfall-im-europaeischen-stromversorgungssystem-am-8-jaenner-2021.html<\/li><li>https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Europa-ist-am-Blackout-vorbeigeschrammt-5028090.html<\/li><li>https:\/\/www.stromausfall.info\/nachtrag-zum-fast-blackout-am-8-1-2021-update-27-1-2021_de_n2795.html<\/li><li>https:\/\/www.agrarheute.com\/management\/betriebsfuehrung\/blackout-landwirtschaft-katastrophe-577604<\/li><li>https:\/\/www.merkur.de\/bayern\/blackout-deutschland-was-tun-wenn-strom-weg-4894344.html<\/li><li>https:\/\/www.strom-aus.at\/index.php\/dropdown\/was-sind-die-folgen-eines-blackout<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Versorgernetz innerhalb von Deutschland ist mit dem europaweiten Stromnetz gekoppelt. Das europaweite Verbundnetz gilt als eine der gr\u00f6\u00dften Maschinen Europas und versorgt insgesamt rund 530 Millionen Menschen mit einer Stromfrequenz von 50 Hz.&nbsp;Die Energie, die dabei eingespeist wird, ist ein Technologiemix aus erneuerbaren Energiequellen und fossilen Brennstoffen. 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S\u00e4mtliche Personenbezeichnungen gelten gleicherma\u00dfen f\u00fcr alle Geschlechter.K\u00fcnstliche Intelligenz (kurz: KI, engl.: Artificial Intelligence \/ AI) z\u00e4hlt mittlerweile zu den bedeutendsten Technologien unserer Zeit und findet zunehmend\u2026","rel":"","context":"In &quot;Allgemein&quot;","block_context":{"text":"Allgemein","link":"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/category\/allgemein\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/unnamed.webp?resize=350%2C200&ssl=1","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/unnamed.webp?resize=350%2C200&ssl=1 1x, https:\/\/i0.wp.com\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/unnamed.webp?resize=525%2C300&ssl=1 1.5x"},"classes":[]}],"jetpack_sharing_enabled":true,"authors":[{"term_id":679,"user_id":995,"is_guest":0,"slug":"rj021","display_name":"Rafael Janetzko","avatar_url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/73ac03f7b33b0354a0b563876931f088d082c4d930e5cba8618f933ff5878f17?s=96&d=mm&r=g","0":null,"1":"","2":"","3":"","4":"","5":"","6":"","7":"","8":""}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12744","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/995"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12744"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12744\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13100,"href":"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12744\/revisions\/13100"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12744"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12744"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12744"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/ppma_author?post=12744"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}