{"id":24536,"date":"2023-03-19T19:04:09","date_gmt":"2023-03-19T18:04:09","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/?p=24536"},"modified":"2023-08-06T21:36:54","modified_gmt":"2023-08-06T19:36:54","slug":"von-studierenden-fur-studierende-grundlagentutorium-unterstutzung-empowerment","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/2023\/03\/19\/von-studierenden-fur-studierende-grundlagentutorium-unterstutzung-empowerment\/","title":{"rendered":"Von Studierenden f\u00fcr Studierende: Grundlagentutorium &#8211; Unterst\u00fctzung &amp; Empowerment"},"content":{"rendered":"\n<p>Kim Bastiaanse, Tamara Hezel<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Idee zu unserem Projekt entstand aus einem Gespr\u00e4ch mit einer Studentin des 3. Semesters. Aufgrund von Wissensl\u00fccken und Unsicherheiten hatte sie \u00fcberlegt, ihr Studium abzubrechen. Wir f\u00fchlten uns direkt in unsere ersten Semester im Studiengang Mobile Medien zur\u00fcckversetzt und \u00fcberlegten, was uns damals geholfen h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Daraus entstand unsere Idee, einen f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Einstieg in die Informatik in Form eines Tutoriums anzubieten. Ziel dabei war nicht die Verbesserung oder Vertiefung einer bestimmten Vorlesung, sondern vielmehr die Verdeutlichung von Zusammenh\u00e4ngen zwischen den Themen sowie die Erkl\u00e4rung grundlegender Buzzwords. Die Vorlesungen sollten in einen gr\u00f6\u00dferen Kontext eingebettet, deren praktische Relevanz aufgezeigt und aufkommende Fragen der Studierenden gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben der rein fachlichen Kompetenz war es uns ein besonderes Anliegen, den Studierenden die Welt der Informatik auf eine ansprechende und motivierende Art n\u00e4herzubringen. Wir wollten die vielf\u00e4ltigen M\u00f6glichkeiten und Facetten dieses spannenden Feldes aufzeigen und dabei helfen, eventuelle \u00c4ngste oder Vorbehalte abzubauen. Auch dem von Professor Walter Kriha beobachteten \u201cR\u00fcckzugseffekt\u201d, der durch negative Gef\u00fchle der Studierenden entsteht, wollten wir entgegenwirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem Tutorium boten wir den Teilnehmerinnen eine offene Sprechstunde an, in der auch nicht-fachliche Themen besprochen werden konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Angebot richtete sich an \u201cInformatik-Anf\u00e4nger\u201d des 1., 2. und 3. Semester <em>Mobile Medien (MM) <\/em>und <em>Medieninformatik (MI)<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Problemstellung<\/h3>\n\n\n\n<p>Fragen zu stellen, sich freudig Neuem zu \u00f6ffnen und auch mal ein Scheitern zu akzeptieren sind Eigenschaften, die nicht nur im Rahmen des Studiums wertvoll sind. Besonders in Bezug auf Softwareentwicklung und Informatik verlieren viele Studierende in den ersten Semestern schnell den Mut. \u00dcberforderung und Frustration, gepaart mit \u00c4ngsten, hindert eine bestimmte Gruppe daran, selbstbewusst in die Informatik einzusteigen. Die Unsicherheit w\u00e4chst, Fragen bleiben ungestellt und die H\u00fcrde, vermeintlich einfache Dinge in der Vorlesung zu erfragen, steigt von Woche zu Woche. Besonders f\u00fcr Studienanf\u00e4nger:innen ohne Vorwissen im Bereich der Informatik sind viele, vermeintlich einfache, Begriffe unbekannt und Zusammenh\u00e4nge zwischen den Vorlesungsinhalten unklar.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr genau diese Gruppe an Studierenden gibt es bisher kein passendes Angebot. Auch wenn vertiefende Tutorien und \u00dcbungen bereits einen wichtigen Beitrag leisten, gibt es aktuell keine Veranstaltung, die grundlegende Wissensl\u00fccken und Zusammenh\u00e4nge abdeckt und Buzzwords themen\u00fcbergreifend erkl\u00e4rt. Die Unterst\u00fctzung von Studierenden diesbez\u00fcglich halten wir jedoch f\u00fcr sehr relevant und wegweisend f\u00fcr die akademische sowie berufliche Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Ziel war es daher, mit diesem Projekt einen sicheren Rahmen f\u00fcr Studierenden zu schaffen, in dem sie frei von Scham, \u00c4ngsten und Zur\u00fcckhaltung handeln, ihre grundlegenden Wissensl\u00fccken schlie\u00dfen und damit zu Kommilitonen mit Vorwissen aufschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Dabei ist es uns wichtig, den Studierenden zu zeigen, dass sie nicht alleine mit ihren Zweifeln und Unsicherheiten sind und ihr Selbstbewusstsein zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Forschungsfrage und Hypothesen<\/h3>\n\n\n\n<p>Wie kann man Studierende motivieren, ihre Fragen offen und ehrlich zu stellen und ihre Unklarheiten anzusprechen? Wie kann man einen sicheren Rahmen schaffen und Inhalte so vermitteln, damit sie nachhaltig verstanden werden? Und welche spezifischen Themen m\u00fcssen behandelt werden, um diese Wissensl\u00fccken zu schlie\u00dfen? Diese Fragen haben wir uns zu Beginn des Projekts gestellt und versucht mithilfe von theoretischer Recherche, qualitativen sowie quantitativen Methoden zu beantworten. Die Forschungsfrage: &#8220;Gibt es das Problem von einschr\u00e4nkenden, grundlegenden Wissensl\u00fccken bei Studierenden und wie k\u00f6nnte eine Unterst\u00fctzung f\u00fcr betroffene Personen aussehen?\u201d, spielte dabei jederzeit eine zentrale Rolle und deren Beantwortung floss direkt in die konkrete Umsetzung des Tutoriums ein. Um sich schrittweise den Antworten zu n\u00e4hern, wurden verschiedene Hypothesen aufgestellt, die in zwei Phasen belegt oder widerlegt werden sollten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es ergaben sich konkret folgende Hypothesen H1 \u2013 H4, die sich auf den aktuellen Wissensstand und die Situation der Studierenden im Studium beziehen. Sie werden im Umfang der ersten Studien \u00fcberpr\u00fcft. Dabei soll grunds\u00e4tzlich herausgefunden werden, ob das Angebot eines Grundlagentutoriums von den Studierenden als notwendig und hilfreich empfunden wird, welche Thematiken in dessen Rahmen behandelt werden sollen als auch wie eine solche Umsetzung explizit aussehen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H1: <\/strong>Es wird erwartet, dass es grundlegende Wissensl\u00fccken bei Studierenden bzgl. den Grundlagen der Informatik gibt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H2:<\/strong> Studierende, die ohne Vorwissen ins Studium gestartet sind, haben grundlegende Wissensl\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H3:<\/strong> Studierende f\u00fchlen sich durch ihre Wissensl\u00fccken abgeh\u00e4ngt und haben negative Gef\u00fchle (z.B. Angst, Stress, R\u00fcckzug etc.).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H4:<\/strong> Es wird erwartet, dass ein zus\u00e4tzliches Angebot von Studierenden, mit \u00e4hnlichen Erfahrungen, in Form eines Tutoriums als hilfreich eingestuft wird (und Personen teilnehmen w\u00fcrden).<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Validierung des Nutzens und der Reflektion des Grundlagentutoriums nach der Durchf\u00fchrung wurden die nachfolgenden Hypothesen H5 &#8211; H8 aufgestellt:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H5:<\/strong> Studierende, die am Tutorium teilgenommen haben, f\u00fchlen sich sicherer mit den Buzzwords und den Zusammenh\u00e4ngen der Informatik.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H6:<\/strong> Studierende, die das Tutorium besucht haben, f\u00fchlen sich vom Kenntnisstand aufgeholt in Bezug zu den anderen Studierenden in ihrem Semester.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H7: <\/strong>Durch das Grundlagentutorium konnten grundlegende Wissensl\u00fccken f\u00fcr Studierende, die das Tutorium besucht haben, geschlossen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H8:<\/strong> Es macht f\u00fcr die Studierenden einen Unterschied, ob solch ein Tutorium von Studierenden angeboten wird, die mit ihrer Lebensrealit\u00e4t n\u00e4her an den Studienanf\u00e4nger:innen sind oder von Dozenten mit viel Erfahrung.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Hypothesen werden im zweiten Forschungsteil, nach der Durchf\u00fchrung durch eine Umfrage und pers\u00f6nliche R\u00fcckmeldungen der Studierenden validiert und dienen als Grundlage f\u00fcr Verbesserungen und f\u00fcr die Entscheidung zur Fortf\u00fchrung des Angebots.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Herausforderungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Um einen m\u00f6glichst hohen Lerneffekt bei den Studierenden zu erreichen, war es wichtig sich tiefgehende Gedanken zu folgenden Fragen zu machen:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Wie schafft man einen sicheren Raum?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Wie bekommt man die Studierenden dazu Fragen zu stellen?<\/p>\n\n\n\n<p>In den nachfolgenden Teilen werden diese Fragen aufgegriffen und unsere L\u00f6sungsans\u00e4tze dazu vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vorgehen<\/h3>\n\n\n\n<p>Um zu erfahren, ob unsere Idee von den Studierenden als notwendig erachtet wird, haben wir eine quantitative Studie mit 96 Studierenden des 1. &#8211; 3. Semesters der Studieng\u00e4nge MMB und MI durchgef\u00fchrt. Parallel dazu befragten wir Personen aus derselben Personengruppe in Form von Fokusgruppen und Interviews, um qualitative Ergebnisse zu sammeln. Dar\u00fcber hinaus haben wir durch Experteninterviews die Meinungen von Prof. Walter Kriha, Dr. Tobias Jordine und Benjamin Binder einbezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den ausgewerteten Studienergebnissen konnten die Thementage konzipiert und das Tutorium geplant werden. Die ausgew\u00e4hlten Themen wurden aufbereitet und Skripte, Checkerfragen und Pr\u00e4sentationen zu den Inhalten erstellt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Durchf\u00fchrungsphase wurden Tutorien zu den verschiedenen Themen abgehalten. Insgesamt wurden 12 Pl\u00e4tze an Studierende aus dem 1. &#8211; 3. Semester vergeben. Die Konzeptions- und Durchf\u00fchrungsphase wurden dabei h\u00e4ufig parallel bearbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zweite Recherchephase beinhaltet erneute qualitative und quantitative Umfragen nach Abschluss des Tutoriums. Dabei wurden die teilnehmenden Studierenden zur Durchf\u00fchrung befragt und Verbesserungsvorschl\u00e4ge sowie Ideen gesammelt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Theorie<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn man googelt, wie man Informatik lernt, ist die komplette erste Seite von Google voll damit, wie man <em>programmieren<\/em> lernt. Dabei steckt in der Informatik noch viel mehr:<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht darum, Probleme zu analysieren, Sachverhalte zu verstehen und effektive L\u00f6sungen zu finden. Die Informatik ist ein sehr breites und multidisziplin\u00e4res Feld, das sich mit vielen verschiedenen Aspekten der Technologie und des menschlichen Lebens befasst. Es ist wichtig, ein umfassendes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Konzepte und Grundprinzipien der Informatik zu entwickeln, um erfolgreich in diesem Bereich zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Literatur finden sich viele Ans\u00e4tze zum Lernen von Informatik. So beschreibt Schwill die <em>Brunerschen Prinzipien<\/em> [1]. Das erste Prinzip, das genannt wird, ist die <em>Fortsetzbarkeit<\/em>. So sollte bereits bei der Auswahl des zu behandelnden Themas darauf geachtet werden, dass ein sp\u00e4terer Niveau-Ausbau m\u00f6glich ist. Bei der Behandlung der Themen sollte zudem stets bedacht werden, dass keine Halbwahrheiten vermittelt werden, die ein Umdenken der Lernenden zu einem sp\u00e4teren Zeitpunktes ben\u00f6tigen [1]. F\u00fcr unser Grundlagentutorium haben wir unsere Themen zwar selbst gew\u00e4hlt &#8211; diese sind jedoch eng mit den Vorlesungen, die angeboten werden, verkn\u00fcpft. Dabei sind die Einzelthemen so konzipiert, dass auf die <em>Fortsetzbarkeit<\/em> geachtet wurde. F\u00fcr unser Tutorium war es au\u00dferdem relevant, dass wir uns selbst so gut vorbereiten, dass wir keine Halbwahrheiten erz\u00e4hlen. Bei Unwissenheit sollte diese transparent gemacht und fehlendes Wissen zusammen mit den Studierenden nachrecherchiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als zweites Prinzip f\u00fchrt er die <em>Pr\u00e4figuration von Begriffen<\/em> auf. Damit ist gemeint, dass Bilder und Handlungen verwendet werden sollen, um Begriffe und Konzepte zu veranschaulichen und verst\u00e4ndlich zu erkl\u00e4ren. Anstatt die Syntax einer Programmiersprache oder ihrer Elemente direkt zu erkl\u00e4ren, ist es besser, sie zun\u00e4chst einfach praktisch anzuwenden &#8211; beispielsweise durch die Verwendung von Pseudocode [1]. Auch wir wollten viel mit Metaphern und Analogien arbeiten. Ein Beispiel daf\u00fcr ist die Vorstellung des abstrakten Begriffes eines <em>Servers<\/em> als eine Art Raum: Es gibt T\u00fcren, die zum Frontend und zur Datenbank f\u00fchren. Andere T\u00fcren dienen als Schnittstelle, um das Prinzip von APIs zu erkl\u00e4ren. F\u00fcr manche T\u00fcren ist eine Authentifizierung durch einen Token oder Passwort notwendig, um sie zu \u00f6ffnen, Andere sind gar nicht \u201cbetretbar\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>Final kommt Schwill noch auf das Prinzip des <em>vorwegnehmenden Lernens <\/em>zu sprechen. Damit ist gemeint, dass es besser sei, ein Wissensgebiet schon auf fr\u00fcheren Stufen in einfacher Form zu behandeln, anstatt auf eine endg\u00fcltige und abschlie\u00dfende Behandlung zu warten [1]. Da wir in unserem Tutorium Studierende des 1. bis 3. Semesters betreuen wollen, ist es unumg\u00e4nglich, dass manche Studierende mit Teilen in Kontakt kommen, die sie noch nicht geh\u00f6rt haben oder noch nicht g\u00e4nzlich verstehen. Dabei war es uns wichtig, die Studierenden auf einer hohen Flugebene abzuholen und ihnen die groben Konzepte zu verdeutlichen. Das komplette Verst\u00e4ndnis kann dann nachfolgend in den vertiefenden Vorlesungen erfolgen. Dieser Ansatz hilft \u00c4ngste vor zu vielen Details, Starre vor \u00dcberforderung und die Flucht in das Konkrete vorzubeugen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da wir die Vermutung haben, dass die Studierenden, die unser Angebot besuchen, vor allem mit \u00c4ngsten und Selbstzweifeln zu k\u00e4mpfen haben, haben wir uns auch mit Literatur zum Thema <em>Leistungsdruck<\/em> und <em>Lernen<\/em> besch\u00e4ftigt. Schwarzbauer et al. [2] best\u00e4tigt, was wir auch schon selbst erlebt haben: Gelernt wird f\u00fcr den Erfolg in der Pr\u00fcfung. Der eigene Fokus geht weg vom Interesse am Thema und die damit einhergehende intrinsische Motivation, sich mit diesem zu besch\u00e4ftigen, und wandelt sich hin zu einer vorwiegend extrinsischen Motivation. Durch den Wunsch nach guten Noten verlieren betroffene Studierende h\u00e4ufig den Blick auf das gro\u00dfe Ganze sowie dessen praktische Relevanz und vermeiden es Risiken einzugehen. M\u00f6gliche negative Gef\u00fchle, die durch die Verkn\u00fcpfung mit Leistung entstanden sind, \u00fcbertragen sich auf das Thema selbst. Es wird das f\u00e4lschliche Gef\u00fchl geweckt, dass der Misserfolg im Rahmen des Studiums sich nur auf die eigenen Werte und Kenntnisse zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst, was jeglichen neuen Mut und Selbstbewusstsein sowie Wachstum und M\u00f6glichkeiten in der Berufswelt vermeintlich versperrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Schwarzbauer f\u00fchrt zudem auf, dass der Lernerfolg stark unter \u00c4ngsten leidet. Gelerntes ger\u00e4t schneller in Vergessenheit, die Angst verfestigt sich und wird immer wieder abgerufen. Diese Tatsache best\u00e4rkt das oben beschriebene Gef\u00fchl von Misserfolg und h\u00e4lt diese Studierende auf, sich an Neues zu wagen und selbstbewusst f\u00fcr sich und ihre Kenntnisse einzustehen. Die entstandene Verkn\u00fcpfung von Leistungsdruck, Angst und Informatik ist schwer zu reflektieren und eigenst\u00e4ndig aufzubrechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Leistungsabfragen m\u00fcssen jedoch nicht immer negativ sein. Als positive Methoden werden in der Literatur beispielsweise kontinuierliches Feedback und Lerntipps aufgef\u00fchrt [2]. F\u00fcr uns war daher klar, dass unser Checkerfragen-Ansatz ein wichtiger Baustein f\u00fcr das Grundlagentutorium ist. Um den Studierenden kontinuierliches Feedback zu geben, gab es zu wenige Kontaktpunkte. Sie nach jeder Stunde allerdings noch einmal \u00fcber Geh\u00f6rtes reflektieren zu lassen und ihnen den Freiraum zu geben, noch einmal nachzuhaken, war f\u00fcr uns einfach realisierbar. Zus\u00e4tzliche Lernangebote, wie Links zum Selbststudium, gute Quellen und Webseiten zur Verf\u00fcgung zu stellen, war uns ebenso wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Aspekt, den wir beleuchten m\u00f6chten, ist die Wichtigkeit des Fragenstellens im Lernprozess. Im ersten Teil ihres Buch \u201cLernen durch Fragen\u201d geht die Autorin Levin auf diese Thematik ein [3]. So k\u00f6nnen sich die Studierenden durch das aktive Nachdenken \u00fcber den Lernstoff und den Prozess des Formulierens einer Frage tiefer mit dem Stoff auseinandersetzen. Dabei steht das Gespr\u00e4ch zwischen dem Lehrenden und der lernenden Person im Vordergrund. Die Aufgabe eines Lehrers besteht grunds\u00e4tzlich darin, ein kindliches Interesse zu wecken. Dieses Interesse f\u00fchrt im Optimalfall dann automatisch zum Bed\u00fcrfnis des Fragenstellens. Der Wunsch, mehr dar\u00fcber erfahren zu wollen, f\u00fchrt zu aktivem Nachfragen, um eine gef\u00fchlte Erkenntnisl\u00fccke zu schlie\u00dfen. Zudem f\u00fchrt Levin auf, dass Fragen Wissen bei der Person voraussetzt, die sie stellt. Demnach ist es nur m\u00f6glich Fragen zu stellen, wenn bereits ein gewisser Kenntnisstand vorhanden ist. F\u00fcr das Stellen von allgemeinen Fragen wird allgemeines Wissen ben\u00f6tigt. Wenn man spezifische Fragen stellen m\u00f6chte, die auch die Antwortm\u00f6glichkeiten begrenzen, braucht man bereits ein tieferes Verst\u00e4ndnis des Kontexts [3].<\/p>\n\n\n\n<p>Ein ehrliches Interesse bei den Studierenden zu wecken, ist sicher nicht immer m\u00f6glich. Die Wichtigkeit dessen, um Mitarbeit durch Fragen zu erreichen, sollte jedoch nicht untersch\u00e4tzt und demnach nicht im Unterrichtsgeschehen vernachl\u00e4ssigt werden. Auch sind Missverst\u00e4ndnisse bez\u00fcglich der Fragestellung und der damit unzufriedenstellenden Beantwortung auf die Tatsache des individuellen Kenntnisstandes zur\u00fcckzuf\u00fchren. So kann auch erkl\u00e4rt werden, warum die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr Misskommunikation zwischen Personen mit sehr unterschiedlichen Kenntnisst\u00e4nden (z.B. Erstsemesterstudierende:r und Professor) h\u00e4ufig h\u00f6her ist, als bei Personen mit \u00e4hnlichem Wissen. Tutorien von Studierenden f\u00fcr Studierende sind folglich ein wichtiger, zus\u00e4tzlicher Baustein im Studium.<\/p>\n\n\n\n<p>Frauen in der Informatik sind noch in der Unterzahl &#8211; das sagen nicht nur die Statistiken. Es reicht ein Blick in die Seminar- und Vorlesungsr\u00e4ume unserer Informatikstudieng\u00e4nge an der HdM. Mit dem Ruf \u201cHochschule der M\u00e4dchen\u201d ist der Anteil der \u201cInformatik-M\u00e4dels\u201d schon allgemein h\u00f6her als an manchen anderen Universit\u00e4ten &#8211; Frauen sind aber noch immer unterrepr\u00e4sentiert. Aber an was k\u00f6nnte es liegen? Auch wenn diese Tatsache sicher sehr vielschichtige Gr\u00fcnde hat, bemerkt Schinzel et al [4], dass M\u00e4nner sehr fr\u00fch in ihrer Entwicklung in Kontakt mit Computern und Informatik kommen. Frauen hingegen haben diese Kontaktpunkte oft erst am Ende oder nach der Schulausbildung. Sie berichtet au\u00dferdem von Tutorien, die speziell f\u00fcr Frauen angeboten werden. Dabei war interessant, dass diese total unterschiedlich von den Frauen bewertet werden. Die allgemeine Beurteilung solcher Veranstaltungen (ohne Teilnahme) war eher negativ, da die Frauen eine Abwertung ihrer F\u00e4higkeiten f\u00fcrchten. Die Frauen, die allerdings teilgenommen hatten, haben es als Zugewinn erfahren [4]. In der von Schinzel et al angef\u00fchrten Studie zeigen Studentinnen offenbar ein geringeres Selbstbewusstsein bei ihrem Studium, insbesondere in den Bereichen <em>Programmierung<\/em>, <em>Computerwissen<\/em> und <em>Software<\/em>, wie aus der Befragung hervorgeht. Im Vergleich zu den m\u00e4nnlichen Studierenden empfinden mehr Studentinnen trotz guter Leistungen das Gef\u00fchl, fachlich den anderen Studierenden unterlegen zu sein [4].<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns war es wichtig, ein Tutorium f\u00fcr alle offen anzubieten und keine Einschr\u00e4nkung aufgrund des Geschlechts zu machen. Wir sind gespannt, wie sich die Verteilung von m\u00e4nnlichen und weiblichen Teilnehmer:innen bei Fortf\u00fchrung des Projekts verh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Recherche<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Studie 1: Quantitative Umfrage<\/h3>\n\n\n\n<p>Zu Beginn des Semesters f\u00fchrten wir eine quantitative Umfrage mit 94 Studierenden aus den ersten drei Semestern Mobile Medien und Medieninformatik durch. Davon geh\u00f6ren 34 Personen dem Studiengangs Mobile Medien (MM) an, 60 sind im Studiengang Medieninformatik (MI) eingeschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Frage in unserer Umfrage zielte darauf ab, herauszufinden, ob die Studierenden sich von ihrem Wissensstand her gegen\u00fcber ihren Mitstudierenden <em>hinterher<\/em>, <em>auf Augenh\u00f6he<\/em> oder <em>\u00fcberlegen<\/em> f\u00fchlen. Etwas mehr als zwei Drittel der Studierenden von MM gaben an (Abb. 1), mit ihrem Wissensstand <em>hinterher<\/em> oder <em>weit hinterher<\/em> zu sein. Beim Studiengang MI waren es 41% (Abb. 2). Insgesamt gaben 48 der 94 Studierenden an, <em>hinterher<\/em> oder <em>weit hinterher<\/em> zu sein. Dadurch kann unsere erste Hypothese H1 best\u00e4tigt werden. M\u00f6gliche Gr\u00fcnde f\u00fcr die Unterschiede zwischen MM und MI k\u00f6nnen nicht sicher genannt werden. Denkbar ist jedoch die technischere Ausrichtung des MI-Studiengangs und damit die Einschreibung von Personen mit mehr technischen Vorwissen als bei MM.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/MM_Kenntnisse.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"24538\" data-permalink=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/2023\/03\/19\/von-studierenden-fur-studierende-grundlagentutorium-unterstutzung-empowerment\/mm_kenntnisse\/\" data-orig-file=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/MM_Kenntnisse.png\" data-orig-size=\"2178,1260\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"MM_Kenntnisse\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/MM_Kenntnisse-1024x592.png\" src=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/MM_Kenntnisse-1024x592.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-24538\" width=\"364\" height=\"209\" srcset=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/MM_Kenntnisse-1024x592.png 1024w, https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/MM_Kenntnisse-768x444.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 364px) 100vw, 364px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 1: MMB + Wissensstand<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/MI_Kenntnisse.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"24539\" data-permalink=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/index.php\/2023\/03\/19\/von-studierenden-fur-studierende-grundlagentutorium-unterstutzung-empowerment\/mi_kenntnisse\/\" data-orig-file=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/MI_Kenntnisse.png\" data-orig-size=\"2178,1260\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"MI_Kenntnisse\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/MI_Kenntnisse-1024x592.png\" src=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/MI_Kenntnisse-1024x592.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-24539\" width=\"370\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/MI_Kenntnisse-1024x592.png 1024w, https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/MI_Kenntnisse-300x174.png 300w, https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/MI_Kenntnisse-768x444.png 768w, https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/MI_Kenntnisse-1536x889.png 1536w, https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/MI_Kenntnisse-2048x1185.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 370px) 100vw, 370px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 2: MI + Wissensstand<br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Des Weiteren wollten wir herausfinden, wie viele der Personen ohne Vorwissen in ihr Studium gestartet sind und sich zur Zeit der Befragung f\u00fchlen, als h\u00e4tten sie grundlegende Wissensl\u00fccken. Die Ergebnisse sind in Abbildung 3 zu sehen. Dabei gab knapp \u2153 aller befragten Personen an grundlegende Wissensl\u00fccken zu haben. 46% der Teilnehmenden, die ohne Vorwissen ins Studium gestartet sind, f\u00fchlen sich, als h\u00e4tten sie <em>grundlegende Wissensl\u00fccken<\/em>. Nur 12% der Personen ohne Vorwissen geben an, <em>keine Wissensl\u00fccken<\/em> zu haben. Die restlichen 42% geben an, <em>teilweise Wissensl\u00fccken<\/em> zu haben. Somit gilt die zweite Hypothese ebenfalls als validiert, womit eine Verbindung zwischen fehlendem Vorwissen und grundlegenden Wissensl\u00fccken im Rahmen der durchgef\u00fchrten Studie hergestellt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/glCfV9cDblYxz53gEqecHXUzENL5U5ekNUs8o2Bf1Kry9Z2di9X9XAVwFf2UYfAZSwesYtY4QDm1nb7qag3e5Oj5LdeylWH7jCLc3E6caX4ASJY-VRrQgDKYo4HIeZwcnhklwyJoPehjrnOrAODHLUI.png\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"214\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 3: Person hat kein Vorwissen + hat grundlegende Wissensl\u00fccken<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem wurden negative Gef\u00fchle und Reaktionen bzw. \u00c4ngste ermittelt, die aufgrund von grundlegenden Wissensl\u00fccken bei den Studierenden ausgel\u00f6st wurden. 36,2 % der befragten Studierenden haben das Gef\u00fchl, dass ihre Schwachstellen sie zur\u00fcckhalten. Weitere 33% haben Angst vor schlechten Noten oder den Abschluss nicht zu schaffen. 29,8% haben das Gef\u00fchl, nicht mehr \u201caufholen\u201d und damit mithalten zu k\u00f6nnen, und 25,5% der befragten Studierenden konzentrieren sich nur auf ihre St\u00e4rken (Comfort-Zone). Knapp 11% \u00fcberlegen sich sogar, den Studiengang zu wechseln oder das Studium abzubrechen. Insgesamt traf die Frage auf nur 26,6% der Befragten gar nicht zu. Hypothese H3 wurde damit ebenfalls best\u00e4tigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend galt es herauszufinden, ob ein Hilfsangebot, wie wir es planten, angenommen werden und Personen daran teilnehmen w\u00fcrden. Dabei gaben 36,2 % der befragten Personen an, <em>sehr gerne<\/em> an einem solchen zus\u00e4tzlichen Angebot teilzunehmen. 46,8 % der befragten Personen w\u00fcrden an dem Angebot <em>vielleicht<\/em> (wei\u00df nicht\/kommt darauf an) teilnehmen. Damit konnte auch eine Verifizierung der dritten Hypothese H4 erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Studie 2: Qualitative Studie &#8211; Fokusgruppe<\/h3>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich zur quantitativen Studie wollten wir durch eine qualitative Umfrage noch detailliertere Erkenntnisse erlangen, die sich auf die konkrete Ausgestaltung des Grundlagentutoriums beziehen. Dazu haben wir uns in Form einer zweist\u00fcndigen Fokusgruppe und eines einst\u00fcndigen Interviews mit betroffenen Studierenden intensiv ausgetauscht. Ziel war es herauszufinden, welche Erlebnisse und Gef\u00fchle sie im Studium erlebt hatten, welche Themen(bereiche) im Tutorium bearbeitet werden sollen sowie Einzelheiten und W\u00fcnsche zur konkreten Umsetzung des Angebots. Uns war es wichtig, das Tutorium an die Bed\u00fcrfnisse und W\u00fcnsche dieser Gruppe anzupassen und sie aktiv mit einzubeziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>An der Fokusgruppe hatten zwei Studierende teilgenommen, an dem Interview eine weitere Studentin. Dazu besuchten wir Vorlesungen der ersten drei Semester und riefen betroffene Studierenden zum Austausch auf. Zur Dokumentation und Interaktion wurde ein Miro-Board erstellt und im Laufe der Fokusgruppe und des Interviews gef\u00fcllt. Das gesamte Board inklusive aller Ergebnisse ist in Abbildung 4 zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/uvDfLNdfXPNQQ3WRnckH9lk7KQha_JeUTHxdRIJOLEKHj5mjxmDTTKCYYBARY_T-C8fTT98VfqrwkRes7aiURDGXiebn6HCSwmleDU53M5GIPEYL0zTN0eOJ7MWLyf7laIz5EbCoi7sbZAlcLxpYlig.png\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 4: Gesamtes Miro-Board mit Ergebnissen aus den beiden Fokusgruppen-Umfragen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch wurde deutlich, dass die Studierenden von sich sagen, dass sie grundlegende Wissensl\u00fccken haben. Die Studierenden, mit denen wir gesprochen haben, sind ohne Vorwissen in ihr Studium gestartet. Alle drei Teilnehmerinnen w\u00fcrden sehr gerne an unserem Angebot teilnehmen. Aufgrund des inhaltlichen Feedbacks wurden die Rahmenbedingungen f\u00fcr das Tutorium festgelegt. Durch die qualitative Studie k\u00f6nnten somit H1 &#8211; H4 erneut best\u00e4tigt werden. Abbildung 5 und 6 zeigen die Ergebnisse im Detail.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/WMjpQB713fCnA9WG3s_9GyARtjIfCnZMMqQZnMlDbTg15NG7H_k7Gb9K6qjNLN8zS5IIqkfaA9QEqh6z_t91meWqecGr9xfXzyeqUNS37F79cKfukuLCNhKMl-wyyHwD-8t_6M1C_YgKvfDYe0bjt7E.png\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 5: Ergebnisse zum Ablauf im Detail<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.mi.hdm-stuttgart.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/gMqnGsMdK7UF6sYIWMq7XDYYPl2O4KeKk7VGGfIir9JTXBQmmmb42idNXZAuCf71_KaTrmKinBIjQ2I0_xrUYEUeByfVcjRUg1umCfJC8Fv2ftIohCIrfkI4udGuMoBvVKMms7Oj9549xtAkH4dLQ_c.png\" alt=\"\" width=\"358\" height=\"570\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 6: Ergebnisse zu den Themen im Detail<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Experteninterviews<\/h3>\n\n\n\n<p>Neben den oben beschriebenen Umfragen f\u00fchrten wir auch Experteninterviews mit Prof. Walter Kriha, Dr. Tobias Jordine und Benjamin Binder durch, um die Sicht und Erfahrungen von aktiv lehrenden Personen miteinzubeziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Benjamin Binder betonte im Gespr\u00e4ch, dass es eine Gruppe von Studierenden gibt, die von den Lehrenden nicht erreicht werden k\u00f6nnen und f\u00fcr die es derzeit kein Auffangnetz gibt. W\u00e4hrend seiner Vorlesungen ist ihm zudem aufgefallen, dass diese Studierenden selten Fragen stellen. Angesichts dieser Situation sieht er einen deutlichen Bedarf f\u00fcr ein entsprechendes studentisches Angebot.<\/p>\n\n\n\n<p>Tobias Jordine betonte die Bedeutung einer Unterst\u00fctzung auf Augenh\u00f6he, bei der ein sicherer Raum geschaffen wird, in dem, neben dem thematischen Inhalt, auch Raum f\u00fcr weiterf\u00fchrende Gedanken vorhanden ist. Durch seine Anregungen f\u00fchlten wir uns best\u00e4rkt, soziale Aspekte und die Vermittlung des richtigen Mindsets in die Gestaltung der Tutorium Inhalte einzubeziehen. Zudem betonte er, dass die Leistung nicht allein anhand von Noten oder dem Endergebnis bewertet werden sollte. Besonders Studienanf\u00e4nger:innen haben diesbez\u00fcglich festgefahrene Muster und Verhaltensweisen, die es ihnen schwer machen, im Studium die \u00fcbergeordneten Ziele zu sehen und Risiken (z.B. als Anf\u00e4nger die Programmierung in einem Projekt \u00fcbernehmen) einzugehen. Sie verstecken sich hinter bekannten Aufgaben und verpassen es, an ungewohnten Aufgaben zu wachsen. Zudem hatte Tobias Jordine Ideen, um einen sicheren Raum zu schaffen: kleine Erfolge feiern und betonen, dass Fehler machen dazu geh\u00f6rt und ganz normal im Lernprozess sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Als jahrelanger Professor der Softwareentwicklung kennt Prof. Kriha, die Probleme der Studierenden gut. Ein von ihm h\u00e4ufig beobachtetes Ph\u00e4nomen ist das <em>Festkrallen am Konkreten<\/em>. Studierende verlieren den \u00dcberblick und verlieren sich, besonders am Anfang des Studiums, in Details. Dieser falsche Fokus f\u00fchre, laut Prof. Kriha, zu \u00dcberforderung und Angst. Viel wichtiger sei es zu lernen, abstrahiert zu denken, das \u00fcbergeordnete Ziel im Blick zu behalten und Zusammenh\u00e4nge anstatt alle einzelnen Details eines Themas zu verstehen. So schaffe man es auch sp\u00e4ter, im Berufsalltag effiziente L\u00f6sungen zu finden und komplexe Probleme zu l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt waren alle befragten Experten von der Idee eines Grundlagentutoriums begeistert und sehen solch ein studentisches Angebot als sehr hilfreich und wertvoll an.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Haupterkenntnisse (Zwischenstand)<\/h2>\n\n\n\n<p>Unter Beachtung aller Erkenntnisse aus den verschiedenen Studien und Befragungen haben wir uns auf ein regelm\u00e4\u00dfiges Angebot w\u00e4hrend des Semesters festgelegt. In jedem Termin (ca. 1,5h) wird ein Oberthema aus dem Bereich der Informatik und des Studiums behandelt und vorlesungs\u00fcbergreifend in den Kontext gesetzt. Zudem sollte es Expertentage geben, bei denen von uns ausgew\u00e4hlte Experten auf dem jeweiligen Gebiet einen tieferen Einblick geben und von ihrem Arbeitsalltag erz\u00e4hlen. Praktische Beispiele, Demos, Hands-On-Beispiele und Mindset-Gedanken werden passend eingestreut. Der Fokus liegt auf dem \u00fcbergeordneten Zusammenhang und Verst\u00e4ndnis und nicht auf einzelnen Details.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tutorien finden in einer Gruppe von maximal 12 Personen vor Ort an der HdM statt. Ein hybrides Format sollte weitgehend vermieden werden, um einen pers\u00f6nlichen Raum schaffen zu k\u00f6nnen. F\u00fcr das Tutorium wird ein separater Raum mit Bildschirm und Whiteboard von uns reserviert und f\u00fcr Tee und Snacks gesorgt. Am Ende jedes Termins helfen Checkerfragen das Geh\u00f6rte zu wiederholen und zu dokumentieren. Weiterf\u00fchrende Links zum Eigenstudium werden zur Verf\u00fcgung gestellt. Die Kommunikation mit den Kursteilnehmerinnen und der Dokumentenaustausch findet zentral \u00fcber einen eigenen Moodle-Kurs statt. Die Studierenden aus Semester 1 bis 3 werden per E-Mail \u00fcber das Grundlagentutorium informiert und eingeladen. Sprechstunden werden zus\u00e4tzlich angeboten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Konzeption<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach Auswertung der Studienergebnisse und Festlegung der Themengebiete begann die Konzeption. Es wurden relevante Unterthemen f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis eines Hauptthemas (z. B. Webentwicklung) \u00fcberlegt und dabei einzelne Programmiersprachen und ihre Syntax bewusst ausgespart. Das Grundlagentutorium sollte die Informatik aus einer abstrakten Sicht erkl\u00e4ren und sich nicht nur auf die Programmierung beschr\u00e4nken. F\u00fcr jeden Termin wurde eine Pr\u00e4sentation mit den Unterthemen und Checkerfragen erstellt und den Teilnehmern einige Tage vor dem Tutoriumstermin \u00fcber Moodle zur Verf\u00fcgung gestellt. Zus\u00e4tzlich wurde pro Termin ein Forum in Moodle eingerichtet, in dem vorab Fragen gestellt werden konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie erw\u00e4hnt, planen wir vertiefende Erg\u00e4nzungen einzelner Inhalte in Form von Expertentagen. F\u00fcr das Thema &#8220;Betriebssysteme &amp; Hardware&#8221; entschieden wir uns aufgrund des hohen Interesses am Thema. Benjamin Binder als Experte und Lehrender auf diesem Gebiet erkundete mit den Studierenden das Innenleben eines Computers. Ein weiteres Thema, f\u00fcr das wir einen Expertentag planten, war die App-Entwicklung. Hierf\u00fcr fragten wir Benjamin Kramser, ehemaliger MM-Absolvent und Frontend Engineer bei der Steuerbot GmbH, der den Weg &#8220;vom Code bis in den App Store&#8221; aufzeigte und von seiner Arbeit als App-Entwickler berichtete.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Themengebiete<\/h3>\n\n\n\n<p>Folgende Themengebiete wurden f\u00fcr das Tutorium festgelegt. Die Vorstellung der einzelnen Themenbl\u00f6cke inkl. Unterthemen wurde auf die verschiedenen Termine verteilt.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Termin \u201cKennenlernen\u201d: Kennenlernen als Gruppe, Erwartungen einholen, Organisatorisches kl\u00e4ren, Themen und Termine vorstellen<\/li>\n\n\n\n<li>Termin \u201cSoftwareentwicklung in der Praxis\u201d: Wie arbeitet ein:e Softwareentwickler:in? Erkl\u00e4rung von Git und Vorstellung n\u00fctzlicher Tools<\/li>\n\n\n\n<li>Termin \u201cBetriebssysteme &amp; Hardware\u201d: Expertentag mit Benjamin Binder rund um das Thema Betriebssysteme und Hardware (wie sieht ein PC von innen aus?)<\/li>\n\n\n\n<li>\u201cSoftwareentwicklung\u201d: Vorstellung der verschiedenen Bereiche der Softwareentwicklung, die verwendeten Programmiersprachen, Debugging &amp; Testing<\/li>\n\n\n\n<li>\u201cWeb Development\u201d: Unterschied Front- und Backend sowie dessen Basiskonzepte (API, Kommunikation Client &#8211; Server, Datenbanken)<\/li>\n\n\n\n<li>\u201cApp Development\u201d: Expertentag mit Benjamin Kramser (Steuerbot GmbH) mit dem Thema \u201cvom Code bis in den App Store &#8211; aus dem Alltag eines App-Entwicklers\u201d<\/li>\n\n\n\n<li>\u201cRechnernetze\u201d: Grundlagen wie Topologien, Adressierung, Subnetting &amp; Co.<\/li>\n\n\n\n<li>\u201cCloud + Security\u201d: Was ist die Cloud und welche Vorteile bringt sie mit? Au\u00dferdem Sicherheitskonzepte, Angriffe und Hands-On \u00dcbungen&nbsp;<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Durchf\u00fchrung<\/h2>\n\n\n\n<p>Das erste von acht Tutorien startete Anfang Dezember, die weiteren Termine folgten in einem ein- bis zweiw\u00f6chigen Rhythmus. Es haben sich f\u00fcr das Tutorium ausschlie\u00dflich weibliche Studierende aus allen drei Semestern gemeldet und schlussendlich daran teilgenommen. Das Tutorium war von Anfang an jedoch bewusst an alle Studierende gerichtet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Erstes Kennenlernen<\/h3>\n\n\n\n<p>Zu Beginn des Tutoriums gab es ein kleines Kennenlernen mit Tee und Lebkuchen. Wir wollten die Erwartungen und W\u00fcnsche der einzelnen Studierenden verstehen sowie die erste H\u00fcrde als Gruppe nehmen, sodass sich alle zum ersten inhaltlichen Termin wohlf\u00fchlen konnten. Auch war es uns wichtig, uns der Gruppe vorzustellen und die Beweggr\u00fcnde und Motivation hinter dem zus\u00e4tzlichen Angebot zu erkl\u00e4ren. Dies war zudem eine M\u00f6glichkeit, eventuelle Missverst\u00e4ndnisse \u00fcber den Umfang oder Schwierigkeitsgrad des Tutoriums zu kl\u00e4ren, sodass die Gruppe einen homogenen Kenntnisstand aufweist und niemand abgeh\u00e4ngt wird oder sich langweilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ritual von Tee und Snacks f\u00fchrten wir \u00fcber alle Termine hinweg fort. Auch war es uns wichtig, keine klassische Sitzordnung zu w\u00e4hlen. Wir wollten uns bewusst vom Stil der Vorlesungen abheben und eine m\u00f6glichst angenehme und lockere Atmosph\u00e4re schaffen. Dazu geh\u00f6rte auch das Tragen von bequemer Kleidung, Small-Talk vor und nach dem Tutorium sowie das direkte Reinrufen von Fragen und Anmerkungen ohne Handzeichen. Auch machten wir allen zu Beginn des Tutoriums klar, dass wir selbst Vieles auch nicht wissen und das (gemeinsame) Herausfinden von L\u00f6sungen ein ganz normaler Vorgang im Informatik-Alltag ist. Uns war es jederzeit wichtig, direkt auf Augenh\u00f6he zu kommunizieren und die Barriere zwischen uns als Tutoren und den Studierenden so klein wie m\u00f6glich zu halten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mindset<\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns war es au\u00dferdem von hoher Relevanz, neben fachlichen Erkl\u00e4rungen auch festgefahrene Glaubenss\u00e4tze aufzul\u00f6sen und kleine Erfolge zu feiern, um das richtige Mindset zu f\u00f6rdern. Wir teilten unsere Erfahrungen und Erkenntnisse mit den Studierenden, zum Beispiel \u00fcber die Anforderungen an Programmierer:innen und Designer:innen sowie den Arbeitsalltag in crossfunktionalen Teams. Dabei betonten wir, wie wichtig es ist, den abstrakten Blick zu wahren, mit R\u00fcckschl\u00e4gen umzugehen und Freude an eigenst\u00e4ndigem Lernen zu haben. Unser Ziel war es, den Teilnehmerinnen Perspektiven \u00fcber das Studium heraus f\u00fcr die Arbeitswelt aufzuzeigen und \u00c4ngste und Druck zu reduzieren. Dies half auch eigenen F\u00e4higkeiten realistischer einsch\u00e4tzen und neues Selbstbewusstsein sch\u00f6pfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Feedback &amp; Wirkung&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Beobachtungen<\/h3>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend des Tutoriums beteiligten sich die Studierenden sehr aktiv, jedoch gab es kaum Interaktion in Moodle. Weder das Angebot, Fragen im Forum zu stellen, noch die angebotene Sprechstunde wurden genutzt. Keine der Teilnehmerinnen kontaktierte uns au\u00dferhalb des Tutoriums. Da es w\u00e4hrend des Tutoriums einen regen Austausch gab, war ein weiterer Austausch wohl nicht notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem haben wir auch noch eine weitere Beobachtung gemacht, die, wie sich im finalen Austausch mit Tobias Jordine, Benjamin Binder und Walter Kriha herausstellte, so noch nicht gemacht wurde. Wir haben die Teilnehmerinnen des Tutoriums als sehr flei\u00dfig und begeistert an den Themen im Studium wahrgenommen. Bei Gespr\u00e4chen dar\u00fcber, wie Pr\u00fcfungen liefen oder Pr\u00fcfungsergebnisse ausgefallen sind, klang alles sehr positiv und unproblematisch. Und dennoch sind es genau diese Personen, die am Grundlagentutorium teilgenommen haben. Eine unsichtbare ruhige Gruppe, die kaum Fragen stellt, nicht als klassische Problemf\u00e4lle wahrgenommen wird und (sehr) gute Noten schreibt. Eine Gruppe, bei der niemand merkt, wie viel Unsicherheit in ihren K\u00f6pfen herrscht und dass \u00fcber einen Studienabbruch nachgedacht wird. Das Ganze findet im Inneren dieser Personen statt und kann nicht anhand irgendwelcher \u00e4u\u00dferen Kriterien gemessen werden. Das ist sicher auch ein Grund daf\u00fcr, weshalb diese Gruppe bisher bei Analysen \u00fcber Studienabg\u00e4nger:innen kaum bis gar nicht beachtet wurde.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Studie 3: Quantitative Umfrage<\/h3>\n\n\n\n<p>Um die oben aufgestellten Hypothesen H5 &#8211; H8 zu validieren, f\u00fchrten wir am Ende des Tutoriums eine weitere Umfrage durch. Dabei ergaben sich folgende Ergebnisse:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H5:<\/strong> Studierende, die am Tutorium teilgenommen haben, f\u00fchlen sich sicherer mit den Buzzwords und den Zusammenh\u00e4ngen der Informatik.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2192 Diese Hypothese konnte best\u00e4tigt werden. Alle Umfrageteilnehmerinnen haben der Aussage klar zugestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H6:<\/strong> Studierende, die das Tutorium besucht haben, f\u00fchlen sich besser vorbereitet als \/ vom Kenntnisstand aufgeholt zu den anderen Studierenden im Semester als Studierende, die kein Tutorium besuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2192 Hypothese 6 konnte im Rahmen der dritten Studie ebenfalls best\u00e4rkt werden. 80% der Antworten sind bejahend zu werten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H7: <\/strong>Durch das Grundlagentutorium konnten grundlegende Wissensl\u00fccken f\u00fcr Studierende, die das Tutorium besucht haben, geschlossen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2192 100% der Teilnehmerinnen stimmten dieser Hypothese zu.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H8:<\/strong> Es macht f\u00fcr die Studierenden einen Unterschied, ob solch ein Tutorium von Studierenden angeboten wird, die mit ihrer Lebensrealit\u00e4t n\u00e4her an den Studienbeginnern sind oder von Dozenten mit viel Erfahrung.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2192 Zu dieser Hypothese konnten wir neben dem quantitativen Ergebnis von 100%iger Zustimmung auch noch detailliertere Erkenntnisse gewinnen. Als Begr\u00fcndung warum solche ein Angebot von Studierenden angeboten werden sollte, wurde unter Anderem die N\u00e4he zum Studium und dessen Inhalte genannt: Studentin 1: \u201cBei Dozenten habe ich oft das Gef\u00fchl, das sie nicht (mehr) wissen wie man sich als Anf\u00e4nger f\u00fchlt und welche Probleme man zu Beginn hat. Bei euch ist das alles noch viel pr\u00e4senter und ihr k\u00f6nnt das besser nachvollziehen. Au\u00dferdem ist der Altersunterschied ja nicht so gro\u00df, was f\u00fcr mich daf\u00fcr sorgt, dass ich mich wohler f\u00fchle.\u201d oder Studentin 2: \u201cDa Dozenten die Schwierigkeiten, die man als kompletter Neuling in diesem Themengebiet hat, oft nicht verstehen\/ nachvollziehen k\u00f6nnen. Fragen, die man stellt [werden] oft falsch verstanden (ist mir leider so oft passiert in den Vorlesungen). Ihr dagegen habt immer genau verstanden, was ich mit meinen Fragen meine und sie kurz und verst\u00e4ndlich beantwortet.\u201d. Es half den Teilnehmerinnen, dass wir \u00e4hnliche Schwierigkeiten in unserem Studium hatten und sie sich somit mit ihren Problemen nicht alleine f\u00fchlen. Konkrete Meinung von Studentin 3: \u201cF\u00fcr mich pers\u00f6nlich war das Tutorium wichtig, damit meine Angst vorm Versagen kleiner wird und zu realisieren, dass es viele Leute gibt, die Schwierigkeiten im Studium haben. Sowas kommt nunmal besser r\u00fcber, wenn man mit Gleichgesinnten da durch geht.\u201d und abschlie\u00dfend Studentin 4: \u201cDie Atmosph\u00e4re ist besser, um ohne \u00c4ngste Fragen zu stellen.\u201d.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Feedback und pers\u00f6nliche Einblicke der Studierenden<\/h3>\n\n\n\n<p>Von einigen Studentinnen haben wir au\u00dferdem noch weiteres pers\u00f6nliches Feedback und Dank m\u00fcndlich oder per Mail erhalten. Dazu geh\u00f6ren R\u00fcckmeldungen wie \u201cDas Tutorium war f\u00fcr mich ein Ort, wo ich mich nie dumm gef\u00fchlt habe, weil ihr uns ein Gef\u00fchl von Sicherheit gegeben habt.\u201d oder \u201cdie Atmosph\u00e4re war super, man konnte Fragen stellen; man hat sich nicht gesch\u00e4mt, wenn man was nicht wusste\u201d. Eine Studentin fragte sogar, ob sie nochmal am Tutorium teilnehmen darf, falls es erneut angeboten wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr hilfreich und wertvoll waren auch Verbesserungsvorschl\u00e4ge und Ideen. So wurde mehrfach gew\u00fcnscht, das Tutorium auf zwei Stunden zu verl\u00e4ngern, um mehr Zeit f\u00fcr die Themen und unsere pers\u00f6nlichen Tipps und Erfahrungen zu haben. Auch gab es die Idee f\u00fcr regelm\u00e4\u00dfiges Feedback nach jedem Tutorium in Form einer kurzen Emoji-Umfrage, um herauszufinden, ob man alles verstanden hat oder es noch ungekl\u00e4rte Fragen gibt. Ein weiterer Wunsch war es, mehr Informationen \u00fcber die Folien festzuhalten, sodass Inhalte auch sp\u00e4ter eigenst\u00e4ndig nochmal nachgearbeitet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Abschlie\u00dfendes Expertengespr\u00e4ch<\/h3>\n\n\n\n<p>Direkt im Anschluss an das Feedback der anwesenden Studierenden haben wir uns noch einmal mit Tobias Jordine, Benjamin Binder und Walter Kriha zusammengesetzt, um unsere Erfahrungen und Wahrnehmungen auszutauschen sowie die Fortf\u00fchrung des Projekts zu besprechen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Projekt ging nicht nur darum, einigen Studierenden dabei zu helfen, sich mutiger mit dem Themengebiet der Informatik auseinanderzusetzen, sondern auch darum, eine bisher unentdeckte Gruppe zu identifizieren. Diese Gruppe besteht aus stillen, flei\u00dfigen und guten Studierenden, die jedoch unsicher und \u00e4ngstlich sind. Bei ihnen besteht die Gefahr, dass ein Studienabbruch unvorhergesehen geschieht und nicht nachvollziehbar ist, da \u00e4u\u00dfere Signale fehlen und ihre innere Welt nicht sichtbar gemacht oder beobachtet werden kann. Im Gespr\u00e4ch wurde viel reflektiert und dar\u00fcber nachgedacht, wie diesen Personen geholfen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam haben wir uns auch mit der Frage besch\u00e4ftigt, wie man mit solchen &#8220;Snowflake&#8221;-L\u00f6sungen wie unser Tutorium umgehen soll, die im Hochschul- und Universit\u00e4tskontext nicht universal umsetzbar sind. Dabei handelt es sich um L\u00f6sungen, die speziell auf die Bed\u00fcrfnisse und W\u00fcnsche von Einzelpersonen zugeschnitten sind. F\u00fcr uns ist es von gro\u00dfer Bedeutung, dass sich diese Studierenden, auch wenn es nur ein kleiner Teil der Gesamtgruppe ist, geh\u00f6rt und gesehen f\u00fchlen. Solch engagierte, hoch motivierte, neugierige und zuverl\u00e4ssige Studierende zu verlieren, empfinden wir als \u00e4u\u00dferst bedauerlich und vermeidbar, wenn man bedenkt, mit wie vergleichsweise wenig Aufwand die Gruppe unterst\u00fctzt und best\u00e4rkt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben auch dar\u00fcber nachgedacht, wie man &#8220;Snowflake&#8221;-L\u00f6sungen auf eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe ausweiten kann. Leider konnten wir keine endg\u00fcltigen allgemeinen Ergebnisse finden, aber es wurden einige Ans\u00e4tze diskutiert, die \u00e4hnliche Effekte erzielen k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6rt zum Beispiel das konkrete Nachfragen, ob auch wirklich die gestellte Frage beantwortet wurde, das Einbinden von Checkerfragen und die gezielte Verkleinerung von Tutoriumsgruppen, wo dies m\u00f6glich ist. Es wird versucht, diese Ans\u00e4tze auszuprobieren, um zu sehen, ob sie f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe von Studierenden geeignet sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend haben wir einstimmig beschlossen, das Tutorium im n\u00e4chsten Semester erneut anzubieten. Wir haben auch diskutiert, dass nicht jeder das Tutorium leiten k\u00f6nnen sollte, sondern dass es besser w\u00e4re, Studierende auszuw\u00e4hlen, die \u00e4hnliche Erfahrungen gemacht haben, ein gewisses Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen haben und bereit sind, sich verletzlich zu zeigen. So k\u00f6nnen wir sicherstellen, dass die Teilnehmer:innen bestm\u00f6glich unterst\u00fctzt werden und sich in einer vertrauensvollen Umgebung wohl f\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schlussbetrachtung<\/h2>\n\n\n\n<p>Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem Projektverlauf und -ergebnis. Auch konnten wir selbst die einzelnen Themen vertiefen und haben ein erstes Gef\u00fchl bekommen, wie man schwierige Inhalte verst\u00e4ndlich aufbereiten und erkl\u00e4ren kann. Auch wenn sich die Teilnehmerzahl \u00fcber die fortlaufenden Termine reduzierte, hatten wir bei jedem Tutorium viel Spa\u00df und es war gro\u00dfartig zu sehen, wie Themen und Zusammenh\u00e4nge verstanden wurden und zunehmend Fragen gestellt wurden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erf\u00fcllung der Hypothesen st\u00fctzt unser pers\u00f6nliches Gef\u00fchl und best\u00e4tigt die Notwendigkeit sowie den Erfolg des Grundlagentutoriums. Die grundlegenden Wissensl\u00fccken konnten geschlossen und negative Gef\u00fchle abgelegt werden. Die positiven R\u00fcckmeldungen und pers\u00f6nlichen Geschichten der Studierenden haben uns sehr gefreut. Neben den fachlichen AHA-Momenten macht es uns besonders zufrieden, dass auch Mindset-\u00c4nderungen bei den Studierenden stattfanden. Wir hoffen, dass sie zuk\u00fcnftig selbstbewusst neue Aufgaben annehmen k\u00f6nnen und ihre Leistung nicht nur an dem Endergebnis messen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wunsch, damals gerne selbst solch ein Angebot gehabt zu haben, um unseren Wissensl\u00fccken und Unsicherheiten im Studium zu begegnen, war ein gro\u00dfer Motivationsgrund f\u00fcr uns. Aus eigenen Erfahrungen wissen wir, wie wichtig solch eine Unterst\u00fctzung f\u00fcr den weiteren akademischen und beruflichen Werdegang sein kann. Diese Gruppe an Studierenden aufzufangen und neuen Mut zu geben, kann sehr pr\u00e4gend und wegweisend sein, weshalb es uns eine Herzensangelegenheit ist, uns auch weiterhin daf\u00fcr einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Reflektion&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chten wir noch einmal einen kritischen Blick auf das Projekt werfen und reflektieren, ob das Projekt seinen gew\u00fcnschten Effekt erzielen konnte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der R\u00fcckmeldung nach war das Tutorium ein sicherer Raum, um Fragen und Unklarheiten zu adressieren. R\u00fcckblickend war es sicher wichtig, uns von Anfang an sehr ehrlich und verletzlich zu zeigen und immer wieder zu betonen, dass auch wir Vieles selbst nicht wissen und uns auch fachlich auf die Tutorien vorbereiten mussten. Wissensl\u00fccken haben wir immer gemeinsam als Team erarbeitet. Wir wollten den Studentinnen zeigen, dass sie nicht alleine in ihrer Situation sind und Nichtwissen ganz normal ist. Auch wenn es im Studium oft nicht so wirkt und man von dem Wissen und der Erfahrung der Professor:innen und Kommilitonen schnell eingesch\u00fcchtert wird, es wird nie verlangt alles zu wissen oder zu k\u00f6nnen. In der sich schnell ver\u00e4ndernden Welt der Informatik ist es viel wichtiger, eigeninitiativ, motiviert und neugierig zu bleiben und die groben Konzepte zu verstehen. Wir haben schnell gemerkt, dass dieser Gedanke durch den Studienalltag bisher zu kurz kam und den Studierenden der Bezug zur Praxis und damit die realit\u00e4tsnahe Einordnung ihrer F\u00e4higkeiten und St\u00e4rken gefehlt hat. Des Weiteren war es uns sehr wichtig wirklich alle offenen Fragen zu beantworten. Dazu haben wir auch gezielt nachgefragt, ob wir ihre Frage <em>richtig<\/em> verstanden haben und bewusst Zeit zum Nachdenken gelassen. Beides war r\u00fcckblickend sehr wichtig und sollte so fortgef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Allgemein hatten viele der Teilnehmerinnen ein geringes Selbstbewusstsein bez\u00fcglich ihrer F\u00e4higkeiten und Wissen in der Informatik. Auch die Tatsache, dass ausschlie\u00dflich weibliche Studierende am Tutorium teilgenommen haben, best\u00e4tigt die Erkenntnisse aus dem Theorieteil im Rahmen unseres Projektes. Umso wichtiger ist es uns daher, Frauen in der Informatik zu st\u00e4rken und zu ermutigen. Ihre hohe Leistungs- und Lernbereitschaft sowie ihr Interesse sollten nicht durch \u00c4ngste und fehlendem Selbstbewusstsein \u00fcberschattet werden und sie zur\u00fcckhalten. Unsere Geschichte und die Tatsache, dass wir, als eine von ihnen, nun erfolgreich im Studium und Beruf stehen, hat ihnen eine neue Perspektive aufgezeigt. Weibliche Vorbilder weiterhin im Studiengang sichtbar zu machen, halten wir daher als essentiell wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf organisatorischer Ebene hatten wir zu Beginn des Tutoriums kleine Probleme mit den <em>Moodle-Foren<\/em>. Die von uns erstellten Foren zu jedem Termin\/Thema werden von uns und den Teilnehmerinnen nicht automatisch abonniert. Diese Default-Einstellung war uns nicht bewusst. Es f\u00fchrte anfangs dazu, dass wir Nachrichten von Teilnehmerinnen \u00fcbersehen hatten und zu unseren Nachrichten keine E-Mail Benachrichtigung versendet wurde. Diese H\u00fcrde wurde jedoch schnellstm\u00f6glich behoben und alle Foren auf \u201cverbindliches Abonnieren\u201d umgestellt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich eignet sich <em>Moodle<\/em> als Plattform zur Kommunikation und Informationsaustausch gut f\u00fcr unsere Zwecke, da an der HdM jeder Studierende bereits damit gearbeitet hat. Wie oben erw\u00e4hnt, nahm die Teilnehmerzahl im Verlauf des Tutoriums ab. Die Gr\u00fcnde waren dabei unterschiedlicher, zeitlicher Natur. Wir halten es f\u00fcr wichtig, das kommende Tutorium nicht mehr in der vorlesungsfreien Zeit abzuhalten und das Abmelden bei Nichterscheinen nochmals deutlicher zu kommunizieren und einzufordern. Es war schade, dass wir Studierenden aufgrund voller Teilnehmerzahl absagen mussten, ein paar wenige, angenommene Teilnehmer dann aber ab dem 2. Termin nicht mehr erschienen sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausblick: Weiterf\u00fchrung des Projekts<\/h2>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich streben wir an, das Grundlagentutorium im kommenden Semester erneut anzubieten. Da man im folgenden Semester direkt zu Semesterbeginn mit der Durchf\u00fchrung starten kann, wird es zudem m\u00f6glich sein, alle Tutorien innerhalb der Vorlesungszeit abzuhalten. Die Konzeption des jetzigen Semesters wird dabei gr\u00f6\u00dftenteils \u00fcbernommen und mit dem Feedback der Studierende und unseren Learnings verbessert bzw. angepasst. Je nach Interesse der Studierenden wird auch der terminliche Rahmen und Teilnehmerzahl entsprechend neu geplant. \u00dcber eine Anwesenheitspflicht und eine ECTS-Verg\u00fctung f\u00fcr die Tutoren wird nachgedacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider wird Kim kommendes Semester auf Grund ihrer Masterarbeit nicht mitwirken k\u00f6nnen. Erfreulicherweise hat sich jedoch die Studentin bereit erkl\u00e4rt, Tamara zu unterst\u00fctzen, durch die dieses Angebot inspiriert wurde. Wir sind begeistert, dass wir bei ihr so viel Selbstvertrauen und Mut geweckt haben und freuen uns, mit ihr das Grundlagentutorium weiter zu gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chten wir uns nochmal bei allen Teilnehmerinnen f\u00fcr ihre Offenheit, ihr Vertrauen und ihre Mitarbeit bedanken, die f\u00fcr uns das Projekt erst richtig wertvoll gemacht haben. Ihr seid alle wirklich klasse und wir sind uns sicher, dass ihr euer Studium und Berufsleben rocken werdet!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<p>[1] Schwill, Andreas; Fundamentale Ideen der Informatik, Fachbereich Informatik, Universit\u00e4t Oldenburg, <a href=\"http:\/\/informatikdidaktik.de\/Forschung\/Schriften\/ZDM.pdf\">http:\/\/informatikdidaktik.de\/Forschung\/Schriften\/ZDM.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[2] &#8216;Nur&#8217; Geschmackssache? : Der Umgang mit kreativen Leistungen im Musik- und Kunstunterricht (2020),&nbsp; Schwarzbauer,Michaela und Steinhauser, Katharina und Friedl, Juliane, LIT, Wien&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>[3] Levin, A. (2005). Lernen durch Fragen. Wirkung von strukturierenden Hilfen auf das Generieren von Studierendenfragen als begleitende Lernstrategie. In D.H. Rost (Hrsg.): Reihe P\u00e4dagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie, Band 48, M\u00fcnster: Waxmann.<\/p>\n\n\n\n<p>[4] Schinzel, B., Kleinn, K., Wegerle, A. et al. Das Studium der Informatik: Studiensituation von Studentinnen und Studenten Ziel ist die St\u00e4rkung des Selbstbewu\u00dftseins von Frauen in der Informatik. Informatik-Spektrum 22, 13\u201323 (1999). <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s002870050120\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/s002870050120<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kim Bastiaanse, Tamara Hezel Einleitung Die Idee zu unserem Projekt entstand aus einem Gespr\u00e4ch mit einer Studentin des 3. Semesters. Aufgrund von Wissensl\u00fccken und Unsicherheiten hatte sie \u00fcberlegt, ihr Studium abzubrechen. Wir f\u00fchlten uns direkt in unsere ersten Semester im Studiengang Mobile Medien zur\u00fcckversetzt und \u00fcberlegten, was uns damals geholfen h\u00e4tte. 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